Leere Eierkartons als Anzuchttöpfe: Warum Profigärtner nichts anderes mehr benutzen

Leere Eierkartons als Anzuchttöpfe: Warum Profigärtner nichts anderes mehr benutzen

Haben Sie schon mal nachgerechnet, wie viel Geld Sie jeden Frühling für Plastik-Anzuchtschalen ausgeben? Jahrelang habe ich selbst diese teuren, schwarzen Kunststoffpaletten beim örtlichen Toom oder Bauhaus gekauft – nur um sie nach einer Saison voller Risse wegzuwerfen. Dabei liegt die Lösung direkt in Ihrem Küchenschrank.

Ich habe letztes Jahr den Selbstversuch gewagt und bin komplett auf Eierkartons umgestiegen. Das Ergebnis? Meine Tomaten gedeihen besser als je zuvor und mein ökologischer Fußabdruck ist ein Stück kleiner geworden. Wer diesen Trick einmal ausprobiert, kauft nie wieder Plastik.

Der 0-Euro-Trick, den Gartencenter hassen

Eierkartons aus Pappe sind im Grunde genommen das perfekte Zuhause für junge Keimlinge. Sie bestehen aus recycelter Cellulose, die Feuchtigkeit speichert, aber überschüssiges Wasser genauso gut ableitet. Das verhindert die gefürchtete Staunässe, die bei Plastiktöpfen oft zum Faulen der Wurzeln führt.

Warum das für Ihr Gemüse den Unterschied macht:

Interessante Artikel:

  • Natürliche Belüftung: Die poröse Struktur lässt die Wurzeln „atmen“.
  • Kein Umpflanz-Schock: Sie setzen den gesamten (abgeschnittenen) Kartonabschnitt direkt in die Erde. Die Wurzeln wachsen einfach durch die weiche Pappe durch.
  • Biologischer Abbau: Statt Plastikmüll zu produzieren, düngt die Pappe beim Verrotten sogar leicht den Boden.

Wenn Sie diesen Fehler machen, schimmelt alles

Natürlich gibt es ein „Aber“. Als ich das erste Mal Kartons nutzte, schüttete ich zu viel Wasser drauf und hatte nach einer Woche einen Grauschimmel-Teppich. Der Trick liegt in der Disziplin beim Gießen.

Nutzen Sie die Sprühflaschen-Methode. Statt mit der Gießkanne zu fluten, halten Sie die Erde nur leicht feucht. Und – ganz wichtig – legen Sie unbedingt ein kleines Plastiktablett oder einen alten Backblech-Einsatz unter die Kartons. Pappe saugt sich voll, und Ihre Fensterbank wird Ihnen die Unterlage danken.

So bereiten Sie die Kartons in 2 Minuten vor

  1. Schneiden Sie den Deckel ab (diesen können Sie als Untersetzer nutzen).
  2. Stechen Sie mit einer Nadel ein winziges Loch in den Boden jeder Vertiefung.
  3. Füllen Sie hochwertige Anzuchterde ein – sparen Sie hier nicht an der Qualität.
  4. Platzieren Sie den Karton an einem hellen Ort, aber nicht in der prallen Mittagssonne hinter Glas.

Sobald die Pflanzen ihre ersten richtigen Blätter haben, schneiden Sie die einzelnen Eierbecher einfach mit einer Schere aus dem Verbund heraus. So beschädigen Sie beim Umtopfen in den Garten oder in größere Kübel keine einzige sensible Wurzel.

Ich war anfangs skeptisch, aber für meine Chilis und Kräuter gibt es schlichtweg nichts Besseres mehr. Es kostet nichts, schont die Umwelt und macht das Gärtnern irgendwie ehrlicher. Haben Sie schon mal versucht, Eierkartons für die Aussaat zu nutzen, oder schwören Sie weiterhin auf die klassischen Plastiktöpfe? Schreiben Sie es mir in die Kommentare!

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