Es gluckert im Wohnzimmer, das Zimmer bleibt trotzdem kalt und die Heizrechnung klettert jedes Jahr höher? Ich habe in meiner Laufbahn als Heizungsinstallateur Hunderte Haushalte in Deutschland besucht. Das Ergebnis ist fast immer das gleiche: Die meisten Menschen entlüften ihre Heizkörper zwar, begehen dabei aber einen entscheidenden Fehler, der bares Geld kostet.
Wenn Sie nur kurz den Schlüssel drehen und auf das Zischen warten, lassen Sie buchstäblich Energie im Wert von mehreren Euro pro Heizperiode durch das offene Fenster entweichen. Es geht nicht nur darum, Luft abzulassen, sondern den Heizkreislauf effizient zu halten. Lassen Sie uns das korrigieren, bevor der nächste Frost Ihre Heizung vollends in die Knie zwingt.
Der „Anfänger-Fehler“, der Ihre Heizung ausbremst
Der häufigste Fehler: Die meisten schalten die Heizung aus und fangen sofort an zu drehen. Das ist, als würden Sie versuchen, eine Flasche Wasser zu leeren, während Sie den Boden der Flasche fest verschlossen halten. Die Luftblasen im System sind oft in den entlegensten Ecken versteckt.
Ohne den notwendigen Druck im System verbleibt ein Großteil der Luft im Heizkörper. Sie hören zwar das berüchtigte Zischen, aber die Zirkulation bleibt blockiert. Das Ergebnis? Die Umwälzpumpe muss gegen einen extremen Widerstand ankämpfen, verbraucht deutlich mehr Strom und der Heizkörper wird nur oben warm – purer Energieverlust.
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Die Profi-Anleitung: So machen Sie es richtig
Die Pumpe muss ruhen, damit sich die Luft sammeln kann, aber der Druck muss stimmen. Folgen Sie diesen Schritten, um wirklich das Maximum aus Ihrer Heizung herauszuholen:
- Pumpe abschalten: Schalten Sie die Umwälzpumpe Ihrer Heizung aus und warten Sie mindestens 60 Minuten. Nur so wandert die Luft nach oben.
- Sicherheit geht vor: Legen Sie ein Handtuch unter das Entlüftungsventil. Niemand möchte den dunklen, modrigen Heizungsschlamm auf seinem Parkettboden haben.
- Geduld ist der Schlüssel: Drehen Sie das Ventil nur langsam auf. Warten Sie nicht nur auf das Zischen, sondern halten Sie das Ventil so lange offen, bis ein konstanter Wasserstrahl austritt.
- Druckprüfung: Öffnen Sie danach den Heizungskeller. Da durch das Entlüften Wasser entwichen ist, sinkt der Systemdruck oft. Prüfen Sie das Manometer (der Druck sollte meist zwischen 1,5 und 2 Bar liegen) und füllen Sie notfalls Wasser nach.
Warum der Heizungsschlamm Ihr größter Feind ist
Manchmal hilft auch das beste Entlüften nicht. Wenn trotz korrekter Vorgehensweise die unteren Lamellen des Heizkörpers kalt bleiben, haben Sie ein anderes Problem: Magnetit. Das ist ein feiner schwarzer Schlamm, der durch Korrosion im Inneren entsteht.
Der wirkt wie ein Dämmstoff im Rohr. Wenn Sie das spüren, hilft kein Entlüften mehr, sondern nur noch eine professionelle Spülung. Aber machen Sie sich keine Sorgen – bei 90 Prozent der Fälle reicht das korrekte Entlüften schon aus, um die Effizienz um bis zu 15 Prozent zu steigern.
Wie sieht es bei Ihnen aus: Haben Sie dieses Jahr schon entlüftet oder ignorieren Sie das Gluckern bisher noch großzügig? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen in die Kommentare!













